17/m/Schüler

Ich bin männlich, 17 Jahre alt und Schüler der 12. Klasse eines Gymnasiums. Es begann in der 9. Klasse. Ich war mittelmäßig in der Schule, hatte aber mal eine Klasse übersprungen und fand es nicht schlimm schlechter zu sein, als vorher.

Ich wurde von einem Freund auf Inselkampf aufmerksam gemacht. Er spielte dieses Spiel schon seit Server 3 und fand es toll. Ich war neu in diese Klasse gekommen und hörte von einigen anderen, die ihn und sein Spiel auch schon länger kannten, dass er doch „verrückt“ sei, und süchtig nach Inselkampf. Ich habe das damals belächelt. Süchtig nach einem Spiel, so blöd kann man doch gar nicht sein.

Na ja, ich meldete mich daraufhin mit meinem damaligen 56k Internet Anschluss bei www.Inselkampf.de an und versuchte erstmal das Spiel zu kapieren. Es war im Grunde nicht sehr schwer, aber ich habe trotzdem fast alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Meine Familie fragte sich nur, was das für ein „komisches“ Spiel sei, da ich bisher nur Spiele mit aufwendigerer Grafik gespielt hatte. Ich baute meine Insel langsam auf und investierte nicht viel Zeit in das Spiel. Vielleicht 2x am Tag schaute ich in meinen Account, da er mehr Zeit nicht benötigte und ich auch nicht viel mehr Zeit am Rechner verbringen durfte. Meine Eltern waren damals noch sehr streng mit der Aufteilung der Zeit vor „der Kiste“. Das Spiel schritt langsam fort und ich war kurz davor meine 2. Insel zu kolonisieren, als mich auf einmal Member einer Allianz angriffen, die nur sehr wenig weit von mir entfernt ihre Inseln hatten. Ich hatte nach kurzer Zeit alles verloren, was ich mir in mühsamer Arbeit aufgebaut hatte. Als meine Insel dann „gekolot“ worden war, war ich ziemlich sauer. Ich hatte keine Lust mehr auf nichts – keine Hausaufgaben …. Es war, als wäre etwas Wertvolles kaputt gegangen, wie ein Rechner oder eine Kamera etc. Diese Phase ging aber schnell vorbei. Da ich recht weit weg von meinem Kumpel gelandet war, hatte der mir auch nicht helfen können/wollen (ich weiß es nicht).

Er war aber in einer „großen“ Allianz, die er schon von S3 her kannte. Glücklicher (oder besser schrecklicher) Weise hatte ein Spieler von jener Allianz keine Zeit mehr für Inselkampf und gab mir seinen Account ab. So konnte ich ohne etwas dazugeben zu müssen einen recht guten Account mein Eigen nennen. Ich war glücklich. Der Account kostete in der Verwaltung schon mehr Zeit und ich musste mehr und mehr Freizeit in IK investieren. Unsere Telefonrechnung hat auch gemerkt, dass ich IK spielte. Sie fiel in dem Monaten, bis ich DSL bekam immer sehr hoch aus. Das war mir aber relativ egal, da IK wirklich viel für mich an Bedeutung gewonnen hatte. Irgendwann ging auch der Traum von s4 zu Ende, weil ich irgendwie eine Belohnung für meinen Account haben wollte und mit dem Freund zusammen legte und so 30€ für meine paar lächerlichen Inseln bekam. Die Zeit die ich bis dahin in das Onlinespiel investiert hatte war bestimmt in Arbeitsstunden 20x soviel wert, wie die 30€ .

Die Zeit dann war erholsam ohne Inselkampf aber auch irgendwie nicht ausfüllend, ich schaute viel Fernsehen, anstatt mal etwas für die Schule zu tun. Dort war ich nicht schlechter geworden, aber eben auch nicht besser und es war mir immer noch ziemlich egal. Eines Tages hörte ich von einem baldigen Start von S5 und meldete mich sofort an, dieser Server war voll besetzt, es wurde viel gecheatet (Multis etc.) und es war recht bald vorbei. Auf S6 ging es ebenso schlecht voran, aber ich begann schon meine „Suchtphase“ von S7 vorzubereiten.
Ich stand einige Male nachts auf um Flotten zu timen und traf mich nicht so oft mit Freunden, da Inselkampf mich voll in Beschlag nahm. Auf Server7 war es dann soweit die Sucht hatte mich endgültig gepackt. Am Anfang hatte ich sogar noch den Rest-account von Server6 zu managen, aber es war alles egal, auch die Schule war ziemlich egal. Es ging mir nicht so schlecht, da ich durch mündliches viel rausholen konnte, aber ich würde schon sagen, dass mein Zeugnis unter IK litt. Ich stand regelmäßig nachts auf um Gebäude sofort weiter ausbauen zu können, wollte nachts meine Flotten timen, da ich tagsüber recht beschäftigt war, war dies meist die einzige Zeit, in der ich immer da war. Meine Familie hatte mich schon lange für verrückt erklärt, wegen des Spiels, aber sie wussten wohl nicht, wie viel Zeit ich wirklich damit verbrachte, also sagten sie nichts ernstes, was mich von IK abbringen konnte.

Außer dem Spiel an sich gab es noch das Forum und IRC um sich mit Allianzkollegen zu besprechen oder einfach nur zu chatten. Ich habe unzählige Stunden im Forum verbracht und sinnlosen Müll geschrieben, nur um meine Postanzahl auf mehr als alle anderen zu bringen. Es ist mir gelungen, ich habe auch jetzt, nach 3 Monaten ohne OffTopic-Posts im Forum immer noch die meisten. Neuerdings kommuniziere ich auch über Teamspeak mit einigen IK-Kollegen. Die Community ist für mir sehr wichtig, wenn nicht sogar das wichtigste an dem Spiel. Ich hätte auch bei jeder anderen Allianz sein können, aber die Leute in meiner Allianz sind anders. Sie sind speziell etwas ganz besonderes, deshalb freue ich mich auch immer ganz besonders auf die Allianz-Treffen, wo man ein paar von ihnen kennen lernen oder wieder treffen kann. Sie sind ein Highlight. Das Spiel hat einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben, da ich von morgens vom Aufstehen, bis abends zum schlafen gehen regelmäßig daran denke und meinen Alltag in gewisser weise auch daran anpasse. (morgens eher aufstehen, zwischendurch in Freistunden in der Schule an den Rechner etc.)

Mein reales Leben ist mir wichtig, sage ich immer, aber wenn ich mich dann mal wieder vertimed habe rege ich mich ziemlich auf. Vor 3 Monaten habe ich mit einem Verwandten über Inselkampf geredet. Er hat versucht mich davon abzubringen, damit ich mehr Zeit für Sinnvolleres habe. Ich habe daraufhin die Zeit im Allianzforum eingeschränkt. Aber mit Inselkampf aufhören konnte ich nicht. Ich habe vor meinen Abschluss zu schaffen und falls es nötig werden soll werde ich Inselkampf an den Nagel hängen, aber bis es soweit ist hoffe ich noch viel Spaß mit meinen Kollegen zu haben.